Filmkritik - Phoenix

Deutschland 2014 (Drama)
Regie: Christian Petzold
Darsteller: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Nina Kunzendorf, Michael Maertens, Imogen Kogge, Kirsten Block u.a.

Szenenbild aus dem Film PhoenixKurz nach dem Zweiten Weltkrieg hält man Nelly für tot. Doch sie hat Auschwitz überlebt und taucht nun wie ein Phönix aus der Asche aber auch entstellt wieder in ihrer Heimat Berlin auf. Dank ihrer alten Freundin Lene, eine Mitarbeiterin der Jewish Agency, kann sie operiert werden. Doch ihr Gesicht hat sich nach der Operation verändert und sie ähnelt nur noch blass der einstigen Nelly. Deswegen wohl erkennt ihr Ehemann Johannes seine Frau nicht wieder. Da er aber eine Ähnlichkeit erkennt, schlägt er Nelly vor, fortan seine Frau zu spielen, damit er an das Erbe des vermeintlichen Holocaust-Opfers gelangen kann. Tatsächlich willigt Nelly in das seltsame Treiben ein und eine kuriose Geschichte nimmt ihren Lauf ...

Szenenbild aus dem Film PhoenixEines vorweg: Auch dieses Werk passt in das von Tristesse durchzogene Oeuvre von Regisseur und Drehbuchautor Christian Petzold (Yella, Gespenster, Barbara). Doch diesmal hat er sich deutlich verhoben: Nicht nur die Geschichte ist unglaubwürdig, sondern auch das Verhalten fast aller handelnden Figuren. So ist nicht nur der unvermittelte Selbstmord der optimistischen Freundin Lene bar jeder Logik, sondern auch die meisten Handlungen der Protagonisten. Die Darsteller versuchen, dem unausgegoren Buch noch starkes Spiel entgegenzusetzen, bleiben aber auch damit letztendlich erfolglos. Da kann man sich besser ähnlich gelagerte Werke wie etwa Hitchcocks Vertigo zehnmal hintereinander ansehen und fühlt sich sicherlich nicht so gelangweilt wie bei diesem tristen "Trümmerfilm".

Stephan Mertens

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