Filmkritik - Big Eyes

USA 2014 (Drama/Komödie)
Regie: Tim Burton
Darsteller: Christoph Waltz, Amy Adams, Krysten Ritter, Danny Huston, Jason Schwartzman, Terence Stamp, Jon Polito, Delaney Raye, Madeleine Arthur, James Saito u.a.

Szenenbild aus dem Film Big EyesDie USA in den 1950ern: Margaret ist passionierte Künstlerin. Ihre Werke haben allesamt einen hohen Wiedererkennungswert, denn ihre Porträts – meist von Kindern – weisen stets widernatürlich große Augen auf. Allerdings hat Margaret mit ihrer Kunst keinerlei Erfolg, verkauft bestenfalls mal auf einem Basar ein paar Bilder für wenige Dollars. Als allerdings der charmante wie durchtriebene Möchtegernkünstler Walter Keane auf sie aufmerksam wird und die alleinerziehende Geschiedene kurzentschlossen sogar heiratet, ist dies der Beginn einer gewinnbringenden wie erfolgreichen Ära. Das einzige Problem: Walter gibt die Gemälde mit den großäugigen Kindern als seine aus. Während Walter bald im Ruhm badet, bleibt Margaret die künstlerische Anerkennung verwehrt. Obwohl bald um ihre Bilder ein wahrer Kult entsteht und das Paar im Reichtum unterzugehen droht, will Margaret endlich mit der Wahrheit ans Licht ...

Szenenbild aus dem Film Big EyesNach dem authentischen Fall der Margaret Keane inszenierte Tim Burton ein für ihn untypisches Werk. Er taucht in die Welt des Kunstgeschäftes, entblößt dieses als Jahrmarkt der Eitelkeiten und konnte mit Christoph Waltz in der Rolle des Walter Keane genau die richtige Person finden. Weniger fantasievoll wie die meisten seiner bisherigen Regiearbeiten zeichnet Burton mit dieser kunsthistorisch weniger bekannten Geschichte (zumindest hierzulande) ein typisches Biopic im tragikomischen Stil. Doch auch wenn Ausstattung, Dekor, Kostüme, Kamera und die beiden Hauptdarsteller – auch Amy Adams meistert ihre Sache exzellent – stimmen: die Dramaturgie ist mitunter leider recht zäh, Szenen wiederholen sich, die Geschichte tritt auf der Stelle. Nur in ihren wenigen satirischen Momenten ist diese Biografie wirklich gelungen. Hübsch anzuschauen indes ist das Ganze schon.

Stephan Mertens

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