Filmkritik - Coherence

USA 2013 (Thriller, Mystery)
Regie: James Ward Byrkit
Darsteller: Maury Sterling, Nicholas Brendon, Emily Foxler, Elizabeth Gracen, Alex Manugian, Lauren Maher, Hugo Armstrong, Lorene Scafaria u.a.

Szenenbild CoherenceWährend acht Freunde gemeinsam beim Dinner sitzen und sich in gepflegter Konversation üben, ist bald ein wichtiges Thema gefunden und die Gespräche beziehen sich nahezu ausschließlich auf das gerade anstehende Schauspiel im All. Denn ein Komet fliegt nah an unserem blauen Planeten vorbei. Als dann plötzlich der Strom ausfällt, kipp die gemütliche Stimmung in trauter Runde. Denn mehr und mehr macht sich Besorgnis und Angst breit, zumal die gesamte Nachbarschaft ohne Storm zu sein scheint. Mit einer Ausnahme allerdings: Im Dunkel strahlt ein Gebäude über alle Maßen. Der Freundeskreis will herausfinden, was es mit dem erleuchteten Anwesen auf sich hat. Doch schon auf dem Weg dahin erlebt die Gruppe Unerklärliches. Im illuminierten Haus angekommen, sorgt eine dubiose wie magische Metallbox für Aufregung, denn mehr und mehr geraten Wahrnehmung und Bewusstsein und damit die Realitätsebene der Freunde außer Kontrolle ...

Szenenbild CoherenceDass eine Party-Gesellschaft durch kosmische Ereignisse aus den Fugen gerät, ist nichts Neues und wurde zuletzt von Lars von Trier in seinem "Melancholia" während einer Hochzeitsfeier exerziert. Doch während von Trier alle Protagonisten mehr oder weniger dem Wahnsinn anheim fallen ließ, setzt James Ward Byrkit in seinem im wahrsten Sinne des Wortes düsteren Science-Fiction-Thriller auf eine beängstigende Atmosphäre, die heiter beginnt und zunehmend klaustrophobischer wird. Zugegeben: man merkt an allen Ecken und Enden, dass Geld bei dieser Produktion - ähnlich etwa wie bei Mike Cahills "Another Earth" - offensichtlich Mangelware war, was aber zum Glück durch eine intelligente, dem Kammerspiel verhaftete Erzählstruktur und viele überraschende wie unangenehme Wendungen wett gemacht wird. Inhaltlich bleiben die Ereignisse ebenso nebulös wie bei den genannten Werken. Dafür aber ist Byrkits Variante - weil sie sich weniger wichtig nimmt - wesentlich unterhaltsamer.

Stephan Mertens

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